Projekte 2016

Projekte 2016

Alle interessierten Kinder und Jugendlichen sollten Zugang zu kreativem Musizieren im Allgemeinen und zum Angebot der Jazzhausschule im Besonderen haben – so unser Anspruch.

Während die Angebote des Kursbereichs von den Teilnehmern über die Kursbeiträge weitgehend selbst finanziert werden, stellt sich die Jazzhausschule im Projektbereich der gesellschaftlichen Verantwortung, kulturelle Bildung insbesondere auch Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen und bildungsfernen Elternhäusern zugänglich zu machen und damit für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.


Partner & Förderer

Im Projektbereich kooperiert die Jazzhausschule mit Jugendeinrichtungen, Schulen, Ganztagsträgern, Kirchengemeinden, kulturpädagogischen Trägern, Universitäten und Hochschulen, Kultureinrichtungen, der Stadt Köln, dem Land NRW und weiteren Partnern. Finanziell unterstützt werden die Projekte zudem durch Stiftungen, Förderinstitutionen, Spendern und Sponsoren. Wir freuen uns stets auf neue Partner und Förderer! Bitte wenden Sie sich über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an unsere Mitarbeiter.

Inhalte, Angebotsformen, Ziele

Die Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen charakterisiert die Arbeit der Jazzhausschule. Die Projektarbeit orientiert sich am Interesse sowie an der Lebenswelt der Teilnehmer und ist multimedial. Neben Musik sind dies vor allem die Medien Tanz, Theater und Neue Medien.

Die häufigsten Angebotsformen des Projektbereichs sind: Band-, Vocal- und Tanz-Workshops / Youngster-Instrumental-Gruppen (YIG) / Werkstätten mit 8 – 12 Teilnehmern, Musik-Tanz-Theater-Projekte mit bis zu 70 Teilnehmern, kulturelle Schulentwicklung mit bis zu 300 Teilnehmern. Im Rahmen der Angebote werden Instrumente und technisches Equipment zur Verfügung gestellt.

Der Projektbereich ist sowohl künstlerischen, musik- und kulturpädagogischen Zielen als auch Zielen der Jugendhilfe verpflichtet. In kreativen, selbst bestimmten, künstlerischen Gestaltungsprozessen entwickeln die Teilnehmer ihre Gesamtpersönlichkeit, ihr Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögen, ihr Selbstbewusstsein, ihr ästhetisches Urteilsvermögen, ihre Kommunikations- und Kritikfähigkeit sowie ihre medialen und sozialen Kompetenzen.

Dabei erarbeiten die Dozenten eigene Ansätze inklusiver Didaktik, um jedem einzelnen Kind und Jugendlichen mit seinen Möglichkeiten und Wünschen weitgehend gerecht zu werden.

Stellvertretend für konzeptionelle Ansätze, zahlreiche Kooperationen und für über 100 größere und kleinere Projekte, die 2014 und 2015 von der Jazzhausschule durchgeführt wurden und werden, stehen die Beispiele aus nachfolgenden Bereichen.

 

Bildungsgerechtigkeit

projekte-allgemein03Unsere Projekte richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die kaum Chancen haben, an kultureller Bildung teilzuhaben und sich kreative Ausdrucksmöglichkeiten anzueignen. Wir sehen kulturelle Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche nicht nur als wesentlichen Faktor der Persönlichkeitsentwicklung und der Ausbildung von Sozialkompetenz in Bezug auf berufsqualifizierende Zielsetzungen. Vielmehr haben diese Jugendlichen ein Recht auf volle Teilhabe an Kultur und Gesellschaft, die aus weit mehr als nur dem Funktionieren in Schule oder Job besteht. Die von der Offenen Jazz Haus Schule langjährig entwickelte Methodik, instrumentales Lernen von Anfang an in musikalische und kreative Kontexte zu stellen, ermöglicht es, mit Menschen ohne Vorkenntnissen von der ersten Stunde an gemeinsam zu musizieren, zu  improvisieren und zu komponieren und dabei auch instrumentale Fertigkeiten auszubilden. Jugendlichen wird somit von Beginn an ermöglicht, ihre eigenen Ideen musikalisch auszudrücken oder sich an musikalischen Vorbildern zu orientieren. Nachfolgend zwei Projektbeispiele:

  • Die CD Compilation "HipHop meets Pop" wurde Ende des Jahres 2014 als Ergebnis eines Kooperationsprojektes der Jazzhausschule mit der Freizeitanlage Klingelpütz und benachbarter, ebenfalls in der Altstadt Nord liegender Flüchtlingswohnheime, präsentiert. Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft hatten im Vorfeld drei Monate lang gemeinsam in verschiedenen Sprachen getextet, komponiert, produziert und mit professioneller Unterstützung eine CD aufgenommen. Die entstandenen Ergebnisse wurden in einem Abschlusskonzert in der Freizeitanlage Klingelpütz öffentlich präsentiert. Das aus Mitteln des Landesprogramms 'Kulturrucksack' finanzierte Projekt förderte sowohl musikalische Inhalte als auch gezielt Begegnung und Vernetzung im Stadtteil. So waren neben den Workshopphasen Freizeitangebote wie ein gemeinsamer Konzertbesuch Bestandteil des Projektes.

  • »Lebensrhythmen«: In einem Sommerferienworkshop bauten die Teilnehmer des Projekts ‚Lebensrhythmen‘ aus Holz, Metall und Schrottteilen ihre eigenen Perkussionsinstrumente. Unterstützt wurden sie dabei durch den Perkussionisten und Schlosser, Andreas Molino, der für den Workshop seine im Fort IIIb in Mengenich gelegene Werkstatt zur Verfügung stellte. Anschließend, in der Zeit bis zu den Weihnachtsferien, trafen sich die Teilnehmer an Wochenenden in der Jugendeinrichtung Boltensternstraße, um mit den selbstgebauten Instrumenten zu experimentieren, Klang- und Rhythmusforschung zu betrieben und schließlich Klangverläufe, Klangskulpturen und Groove-Stücke zu entwickeln. Vor Weihnachten verdichtete sich die Arbeit abschließend in einer öffentlichen Präsentation vor zahlreichem und begeistertem Publikum.

    Zwölf Teilnehmer und drei Betreuer besuchten zudem ein Konzert des „Lost & Found Orchestra“ in der Kölner Philharmonie. Das Projekt »Lebensrhythmen« wurde gemeinsam mit der »Jugendeinrichtung Boltensternstraße« im Rahmen des Förderprogramms »Kulturrucksack« durchgeführt.

Um kreative Impulse in die Schule zu tragen führten wir an beiden Standorten 2013 je eine Projektwoche durch, bei der ca. 70 Teilnehmer ihren Interessen entsprechend trommeln, Tanzen oder in einer Band spielen konnten. Bei einem gemeinsamen Sommerfest wurden die erarbeiteten Stücke aufgeführt.

Kulturelle Schulentwicklung

projekte-allgemein01Schule befindet sich seit der Einführung des offenen und gebundenen Ganztages, der Einführung und des Scheiterns der Gemeinschaftsschule und G8 in einer rasanten Entwicklung. Um die kulturelle Zukunftsfähigkeit, Kreativität und Teilhabe, Fantasie und die lebendige Auseinandersetzung mit kulturellen Inhalten und Traditionen in der ganzen Breite der Gesellschaft zu fördern, wurden zahlreiche öffentliche Programme wie »Jedem Kind ein Instrument«, Kultur und Schule oder Tandemprojekte ins Leben gerufen. Die Jazzhausschule stellt sich diesen Veränderungen und entwickelt in Kooperation mit den verschiedenen Schulen passgenaue kulturelle Angebote und arbeitet gemeinsam mit ihren Partnerschulen daran, kulturelle Bildung nicht nur als gelegentliches Zusatzangebot einzurichten, sondern sie in langfristigen Kooperationen fest in der allgemeinbildenden Schule zu verankern. In verlässlicher Partnerschaft kooperiert die Jazzhausschule aktuell mit über 30 Kölner allgemeinbildenden Schulen, sowie mit zahlreichen Ganztagsträgern.

Die Zusammenarbeit reicht dabei von der Nutzung von Schulräumen für elternfinanzierte Kursangebote wie Instrumentalunterricht oder Youngster- und TeenBands über die Durchführung von Instrumental-, Vocal- und Tanz-Gruppen im Rahmen des offenen und gebundenen Ganztages bis hin zur ­gemeinsamen Entwicklung und Umsetzung eines den Vor- und Nachmittagsbereich umfassenden Musikprofils.

Nachfolgend fünf Beispiele für besonders umfassend und nachhaltig orientierte Projekte:

  • Im Modellprojekt »Grundschule mit Musikprofil Improvisierte und Neue Musik« (»MuproMandi«) konnte an der GGS Manderscheider Platz seit 2008 erstmalig ein schulumfassendes Musikprofil realisiert werden, das im Schuljahr 2014/15 weitgehend elternfinanziert weitergeführt wird.

  • An der städtischen Förderschule Emotionale und Soziale Entwicklung »Der Kleine Prinz« in Köln-Kalk werden seit April 2012 Ideen und Erfahrungen des Modellprojekts »MuproMandi« in einen Stadtteil mit sozial benachteiligter Bevölkerungsstruktur übertragen und weiterentwickelt.

  • In Kooperation mit dem nrw landesbuero tanz / Tanz in Schulen entwickelt die Jazzhausschule unter der Überschrift »KlangKörper« Konzepte für das Zusammenwirken von Musik- und Tanzvermittlung in der Grundschule. Zentrales Element ist ein langfristig angelegtes Profilbildungsprojekt an der GGS Görlinger Zentrum in Köln Bocklemünd-Mengenich, das wie die flankierenden Satellitenprojekte an weiteren Kölner Grundschulen von einem festen Pool pädagogisch ambitionierter Tänzer und Musiker umgesetzt wird.

  • Das Modellprojekt "Jedem Kind ein Instrument ( JeKi)" realisiert die Jazzhausschule seit 2011 in Kooperation  mit der GGS Kopernikusstraße (Köln-Buchforst) . Als  Satellitenprojekt  außerhalb des Ruhrgebiets ist es die einzige Umsetzung von JeKi in Köln und verfolgt als solches das Ziel, Jeki durch die pädagogischen Ansätze der Jazzhausschule weiter zu entwickeln  – und dies  überaus erfolgreich! Nachdem alle Kinder der ersten Klassen des Schuljahres 2013/14 verbindlich am JeKi-Unterricht teilnahmen, haben sich im anschließenden zweiten Schuljahr  90 % dieser Kinder  freiwillig  für die weitere Teilnahme am JeKi-Unterricht und damit für das Erlernen eines Instrumentes  entschieden.

Soziokulturelle Stadtteilentwicklung

projekte-allgemein02Die offene kulturelle Jugendbildungsarbeit in Kooperation mit Jugendeinrichtungen, Bürgerzentren, Kultureinrichtungen und anderen ­Organisationen ist seit Anfang der 1990er Jahre ein zentrales Arbeitsfeld des Projektbereichs der Offenen Jazz Haus Schule.

  • Ein aktuelles Projektbeispiel in diesem Arbeitsfeld ist das seit 2008 kontinuierlich geführte und entwickelte Stadtteilprojekt »Sounds of Buchheim«: Im Netzwerk mit zahlreichen Jugendeinrichtungen, Schulen und anderen Organisationen im Stadtteil werden kulturpädagogische Workshops mit jährlich wechselnden Schwerpunkten durchgeführt.
    Unter dem Dach der »Sounds of Buchheim« entstand 2013 das inklusive und barrierefreie Stadtteilorchester, in dem jeweils 25 - 35 Orchestermitglieder zwischen 4 und 70 Jahren unmittelbar und miteinander selbst entdeckte und kreierte Klänge, Melodien und Rhythmen zu ganzen Songs zusammenfügen.

In Zusammenarbeit mit der Kölner Hochschule für Musik und Tanz wurden didaktische Ansätze entwickelt und erprobt, die es ermöglichen, mit heterogenen Großgruppen zu arbeiten und dabei sowohl musikpädagogische als auch soziokulturelle Ziele zu verfolgen.

Im Dezember 2013 erhielt das Projekt den 3. Preis beim alle zwei Jahre vom Paritätischen Jugendwerk NRW ausgeschriebenen Initiativenpreis zum Thema „Inklusion“.

2014 wurde das Projekt auf den Bezirk Mülheim ausgeweitet: Neue Gruppen entstanden, das Orchester und die Ensembles beteiligten sich an einer Reihe von Aktivitäten im Stadtbezirk (u.a. Birlikte, Buchheimer Kulturtage, Schäl Sick Acts). Dozenten und Teilnehmer des Orchesters besuchten darüber hinaus überfallartig Schulen, um mit den SchülerInnen spontan Musik zu machen und in Workshops auf eine eigene kleine Aufführung hinzuarbeiten. Die LehrerInnen erhielten einen Einblick in die Arbeit des Orchesters und somit Anregungen für den eigenen Unterricht.

2015 wird „Sounds of Buchheim“ mit dem Schwerpunkt Familie fortgesetzt.

Internationale, kulturelle Jugendbegegnung

Die Offene Jazz Haus Schule bietet ambitionierten Teilnehmern und Ensembles  die Möglichkeit, an internationalen Projekten teilzunehmen.

Bisherige Stationen waren das European Youth Festival in Turin, das International Guinness Jazz Festival in Cork, der Bigband Exchange mit der Cork Musicschool in Köln sowie das Music Lab und ComposersLab in Köln und Katowice. 2013 reisten junge Kölner Jazzmusiker in die Kölner Partnerstädte Wolgograd (Russland) und Indianapolis (USA).

Internationale Projekte bieten die einzigartige Möglichkeit, das Musikverständnis anderer Kulturen in direktem Kontakt mit seinen Protagonisten kennenzulernen und im Abgleich dazu den eigenen Begriff von Musik und Musizieren zu schärfen. Das Erfahrungsspektrum bei den Projekten reicht von der persönlichen Begegnung mit jungen Musikern anderer Länder bis hin zum gemeinsamen Konzerterlebnis auf einer großen Bühne.

Ausführliche Informationen zu den Projekten der Jazzhausschule in den Bereichen Grundschule, Sekundarstufe I /II und Ausserschulisch finden Sie links im Menü.

Wir freuen uns über Anfragen und Kooperationsangebote unter
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Tel: (0221) 13 05 65-21

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