Projekte 2017

Projekte 2017


Alle interessierten Kinder und Jugendliche sollten Zugang zu kreativem ­Musizieren im Allgemeinen und zum Angebot der Jazzhausschule im Besonderen haben – so unser Anspruch.
Während die Angebote des Kursbereichs von den Teilnehmern über die Kursbeiträge weitgehend selbst ­finan-ziert werden, stellt sich die Jazzhausschule im Projektbereich der gesell- schaftlichen Verantwortung, kulturelle Bildung insbesondere auch Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen und bildungsfernen Elternhäusern zugänglich zu machen und damit für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.

Partner & Förderer


Die Jazzhausschule kooperiert mit Jugendeinrichtungen, Schulen, Ganztagsträgern, Kirchengemeinden, kultur- pädagogischen Trägern, Universitäten und Hochschulen, Kultureinrichtungen, der Stadt Köln, dem Land NRW und weiteren Partnern. Finanziell unterstützt werden die Projekte zudem durch Stiftungen, Förderinstitutionen, Spenden und Sponsoren. Wir freuen uns stets auf neue Partner und Förderer! Bitte wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Inhalte, Angebotsformen, Ziele

Die Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen charakterisiert die Arbeit der Jazzhausschule. Die Projektarbeit orientiert sich am Interesse sowie an der Lebenswelt der Teilnehmer und ist multimedial. Neben Musik sind dies vor allem die Medien Tanz, Theater und Neue Medien.
Die Projekte der Jazzhausschule sind sowohl künstlerischen, musik- und kulturpädagogischen Zielen als auch Zielen der Jugendhilfe verpflichtet.
In kreativen, selbstgesteuerten, künstlerischen Gestaltungsprozessen entwickeln die Teilnehmer ihre Gesamt- persönlichkeit, ihr Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögen, ihr Selbst-bewusstsein, ihr ästhetisches Urteilsvermögen, ihre Kommunikations- und ­Kritikfähigkeit sowie ihre medialen und sozialen Fähigkeiten.
Dabei erarbeiten die Dozenten eigene Ansätze inklusiver Didaktik, um jedem einzelnen Kind und Jugendlichen mit seinen Möglichkeiten und Wünschen weitgehend gerecht zu werden.
Stellvertretend für die konzeptionellen Ansätze, die zahlreiche Kooperationen und Projekte der Jazzhausschule stehen die Beispiele aus nachfolgenden Bereichen.
Ausführliche Informationen zu den Projekten der Jazzhausschule finden Sie auf: www.jazzhausschule.de

Bildungsgerechtigkeit

Unsere Projekte richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die kaum Chancen haben, an kultureller Bildung teilzuhaben und sich kreative Ausdrucksmöglichkeiten anzueignen. Wir sehen kulturelle Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche nicht nur als wesentlichen Faktor der Persönlichkeitsentwicklung und der Ausbildung von Sozialkompetenz in Bezug auf berufsqualifizierende Zielsetzungen. Vielmehr haben diese Jugendlichen ein Recht auf volle Teilhabe an Kultur und Gesellschaft, die aus weit mehr als nur dem Funktionieren in Schule oder Job besteht. Die von der Offenen Jazz Haus Schule langjährig entwickelte Methodik, instrumentales Lernen von Anfang an in musikalische und kreative Kontexte zu stellen, ermöglicht es, mit Menschen ohne Vorkenntnissen von der ersten Stunde an gemeinsam zu musizieren, zu  improvisieren und zu komponieren und dabei auch instrumentale Fertigkeiten auszubilden. Jugendlichen wird somit von Beginn an ermöglicht, ihre eigenen Ideen musikalisch auszudrücken oder sich an musikalischen Vorbildern zu orientieren.

Willkommen in Köln: Projekte mit Flüchtlingen

Seit 2015 setzt die Jazzhausschule in verschiedenen Kölner Stadtteilen ­Projekte mit und für Kinder um, die in Flüchtlingswohnheimen oder Notunterkünften wohnen. Dabei geht es neben der Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen, immer auch um die Begegnung mit anderen Kindern und Jugendlichen der gleichen Altersgruppe, v.a. auch außerhalb der eigenen Unterkunft. Nachfolgend zwei Beispiele:

KlangKörper in der KGS Horststraße

Musik und Tanz, Klang, Rhythmus und Bewegung bilden den Mittelpunkt des Begegnungsprojektes »Klangkörper« (s. »Kulturelle Schulentwicklung«) mit Kindern aus den sogenannten Seiteneinsteigerklassen die oft ohne deutsche Sprachkenntnisse an die Schule kommen, und aus dem Offenen Ganztag der KGS Horststraße in Köln Mülheim. Die Dozenten Achim Tang (Musik) und Benedetta Reuter (Tanz) setzen dabei auf eine offene Form, in der musikalische und tänzerische Elemente, Spiele und Übungen in der freien Form eines Jams flexibel ineinander fließen und den Kindern viel Raum für eigene Ideen bieten. Besondere Highlights des Projekts, das, gefördert von ­»Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, im Rahmen des Programms Chance Tanz, stattfindet, sind die Exkursionen zu Training, Proben oder Aufführungen von Tanzprofis und die Zusammenarbeite mit dem Michael Douglas Kollektiv im Rahmen von Workshops an der Schule.

Keep it Riehl

Gemeinsam mit der Jugendeinrichtung Boltensternstr. führt die Jazzhausschule 2016/17 einen Rap-, Songwriting und Producing-Workshop durch, bei dem Besucher der Einrichtung mit Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Notunterkünften gemeinsam Songs ­entwickeln, aufnehmen und aufführen. Dabei ist es möglich und erwünscht, dass unterschiedliche Erfahrungen und musikalische Sozialisationen in die Beats und Texte einfließen. Ergänzend werden zu einigen Stücken Musik-Videos erstellt.
Weitere Angebote für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung führen wir mit verschiedenen Kooperationspartnern in den Kölner Stadtteilen Südstadt, Ossendorf, Bocklemünd und Altstadt-Nord durch.

Kulturelle Schulentwicklung

Schule befindet sich seit der Einführung des offenen und gebundenen Ganztages, der Einführung und des Scheiterns der Gemeinschaftsschule und G8 in einer rasanten Entwicklung.
Um die kulturelle Zukunftsfähigkeit, Kreativität und Teilhabe, Fantasie und die lebendige Auseinandersetzung mit kulturellen Inhalten und Traditionen in der ganzen Breite der Gesellschaft zu fördern, wurden zahlreiche öffentliche Programme wie »Jedem Kind ein Instrumente, Tanzen, Singen«, und »Kultur und Schule« ins Leben gerufen.
Die Jazzhausschule stellt sich diesen Veränderungen und entwickelt in Kooperation mit verschiedenen Schulen passgenaue kulturelle Angebote und arbeitet gemeinsam mit ihren Partnerschulen daran, kulturelle Bildung nicht nur als gelegentliches Zusatzangebot einzurichten, sondern sie in langfristigen Kooperationen fest in der allgemeinbildenden Schule zu verankern.

KlangKörper an der Schule Kunterbunt

An der Schule Kunterbunt in Köln-Bocklemünd ist in Kooperation mit Tanzvermittlung NRW (und dem neuen Ganz- tagsträger Kolping Bildungswerk e.V.) in den letzten Jahren ein elaboriertes Musik- und Tanzprofil entstanden. Es integriert Angebote im Vormittag, die über JeKits und Kultur und Schule finanziert werden, ein JeKits Ensemble Offene AGs, produktionsorientierte Projekte, Aktionen und Exkursionen zu einem vielschichtigen Profil, das alle Kinder und Lehrer der Schule einbezieht. KlangKörper eröffnet hier nachhaltig spielerische Zugänge zu Musik und Tanz und neue Räume für Ausdruck und Bewegung, Lauschen und Kreativität, Körperlichkeit und Interaktion.

JeKits erfolgreich gestartet!

»JeKits – Jedem Kind Instrumente, ­Tanzen, Singen« ist ein kulturelles Bildungsprogramm an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen.
Die Jazzhausschule ist als außerschulischer Kooperationspartner im Sommer 2015 mit zehn Kölner Grundschulen und über 600 Kindern erfolgreich in das JeKits-Programm eingestiegen. Seit dem Sommer 2016 absolvieren ca. die Hälfte dieser Kinder auf freiwilliger Basis ihr 2. JeKits-Jahr. Parallel dazu startete der nachfolgende Jahrgang ins JeKits-Programm. Damit ermöglicht die Offene Jazz Haus Schule im Schuljahr 2016/17 insgesamt fast 1000 Kindern Musik und Tanz kreativ und selbstgesteuert als künstlerisches Ausdrucksmittel zu erleben.
Weitere Informationen zu JeKits finden Sie unter: www.jekits.de und www.jazzhausschule.de

Soziokulturelle Stadtteilentwicklung

Die offene kulturelle Jugendbildungsarbeit in Kooperation mit Jugendeinrichtungen, Bürgerzentren, Kulturein- richtungen und anderen ­Organisationen ist seit Anfang der 1990er Jahre ein zentrales Arbeitsfeld des Projektbereichs der Offenen Jazz Haus Schule.
Die Vernetzung z.B. im Stadtteil und/ oder jugendkulturellen Strukturen, inklusive Arbeitsweisen, Nachhaltigkeit, kreative, selbstgesteuerte künstlerische Arbeit, die Stärkung der kulturellen Identität sowie der Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden sind vorrangige Ziele der Projektarbeit.
Dazu werden kulturpädagogische Workshops und Projekte mit jährlich wechselnden Schwerpunkten durchgeführt. Idealerweise gelingt es dabei, über Jahre mit einer Vielzahl von Akteuren aus dem Stadtteil langfristig zusammenzuarbeiten.
Ein aktuelles Projektbeispiel in diesem Arbeitsfeld ist das seit 2008 kontinuierlich geführte und entwickelte Stadtteilprojekt »Sounds of Buchheim (SOB)«:
Unter diesem Dach entstand 2013 das inklusive und barrierefreie Stadtteil-
orchester, in dem jeweils 25 – 40 Orchestermitglieder zwischen 6 und 70 Jahren unmittelbar und miteinander selbst entdeckte und kreierte Klänge, Melodien und Rhythmen zu ganzen Songs zusammenfügen. In Zusammenarbeit mit der Kölner Hochschule für Musik und Tanz wurden ­didaktische Ansätze entwickelt und erprobt, die es ermöglichen, mit heterogenen Großgruppen zu arbeiten und dabei sowohl musikpädagogische als auch soziokulturelle Ziele zu verfolgen.Seit 2016 werden in Kooperation mit der Rheinflanke und dem Jugendhaus Treffer ­gezielt Flüchtlinge ins SOB-Orchester und in weitere Projekte und Workshops eingeladen und eingebunden. Diese Arbeit ist für uns eine Herausforderung, unsere Konzepte und Methoden weiter zu entwickeln.
Das SOB-Orchester tritt in unterschiedlichsten Kontexten stadtweit auf, bisher u.a. im Kölner Rathaus, FH Campus Südstadt, Festival Birlikte, Millowitsch Theater, Kardinal Frings Haus.

Family Sounds of Buchheim

Im April 2015 ist unser Projekt »Family Sounds of Buchheim« in Kooperation mit dem Familienladen Buchheim, der KiTa Malteserstraße und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius angelaufen.
Das von der Rhein-Energie-Stiftung ­Familie für zwei Jahre geförderte Projekt gibt Familien im Stadtteil Köln-Buchheim die Möglichkeit eines barrierefreien Zugangs zu gemeinsamem Musikmachen nach den Ansätzen der inklusiven Didaktik, wie sie im Rahmen von Sounds of Buchheim entwickelt wurden. Besonders an diesen Ansätzen ist, dass Musik aus einer künstlerischen Perspektive heraus ernst genommen wird und alle Beteiligten – seien das Kleinkinder, Eltern oder Großeltern – sich ästhetisch bedeutungsvoll einbringen können.
Dies geschieht bei den wöchentlichen »Orchesterproben«, bei denen Kinder von zwei bis sechs Jahren mit ihren Bezugspersonen gemeinsam improvisieren, Lieder spielen, Krach machen, Tanzen und alle möglichen Instrumente ausprobieren, die man in der Altersgruppe nicht erwarten würde.
Ebenfalls wöchentlich wird in der KiTa Malteserstraße auf diese »wilde« Art und Weise Musik gemacht, die erstaunliche und intensive Momente ermöglicht. Mittlerweile kann man sogar davon sprechen, dass die KiTa zu einer Kultur- bzw. MusikKiTa geworden ist: Schon zum wiederholten Mal widmet sich das gesamte Team an einem »Lerntag« dem Projekt, eine ErzieherInnen-Band hat sich formiert und konzertiert, und das Projekt hat schon alle Räumlichkeiten der KiTa »bespielt«. Als besondere Aktionen werden Workshops wie beispielsweise der spielerische Bau elektronischer Instrumente oder eine musikalische Wochenendfahrt mit dem Familienorchester veranstaltet.

Bei all dem wird die musikpädagogische Kompetenz der beteiligten DozentInnen der Offenen Jazz Haus Schule durch KollegInnen des Studiengangs Pädagogik der Kindheit und Familie an der
TH Köln flankiert. Die aus dem Projekt heraus entwickelten musikpädagogischen und didaktischen Ansätze werden in der Fachöffentlichkeit publiziert (Üben&Musizieren 5/2016) und wissenschaftlich im Rahmen von Abschluss-arbeiten analysiert und reflektiert.

Internationale, kulturelle Jugendbegegnung

Die Offene Jazz Haus Schule bietet ambitionierten Teilnehmern und Ensembles seit einigen Jahren die Möglichkeit, an internationalen Projekten teilzunehmen. Diese bieten den Teilnehmenden die einzigartige Möglichkeit, das Musikverständnis anderer Kulturen in direktem Kontakt mit seinen Protagonisten kennenzulernen und im Abgleich dazu den eigenen Begriff von Musik und Musizieren zu schärfen. Das Erfahrungsspektrum bei den Projekten reicht von der persönlichen Begegnung mit jungen Musikern anderer Länder bis hin zum gemeinsamen Konzerterlebnis auf einer großen Bühne.
Aktuell findet 2016 und 2017 eine deutsch-russisch-französische Begegnung junger Musiker in und aus Köln, Rennes und Wolgograd statt. Hier werden erstmals vorrangig Teilnehmende aus soziokulturellen Projekten angesprochen und niedrigschwellige Arbeitsweisen, die in zahlreichen Projekten der OJHS für die Arbeit in heterogenen und großen Gruppen entwickelt wurden, angewendet und den Partnerschulen aus Frankreich und Russland vorgestellt.
Unsere Internationalen Projekte werden künstlerisch, pädagogisch und organisatorisch professionell betreut, so dass sich die jungen Musiker und Sänger auf diemusikalische und persönliche Begegnung konzentrieren können

 

Ausführliche Informationen zu den Projekten der Jazzhausschule in den Bereichen Grundschule, Sekundarstufe I /II und Ausserschulisch finden Sie links im Menü.

Wir freuen uns über Anfragen und Kooperationsangebote unter
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Tel: (0221) 13 05 65-21

 

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